EKKT Kreissynode - Wichtige Weichenstellungen für die Arbeit im Kirchenkreis

Konz – Mit einem feierlichen Abendmahlsgottesdienst ist die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier am Samstag, 7. November 2015, in Konz eröffnet worden. Auf seiner anschließenden Herbsttagung hat das Parlament des Kirchenkreises wichtige Weichenstellungen für die Arbeit im Kirchenkreis beschlossen. Im Vordergrund der Beratungen stand die Hilfe für Flüchtlinge – die rund 70 Synodalen votierten im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen für die Verlängerung der Flüchtlingsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Trier.

Im Kreissynodengottesdienst wurde auch Katinka Fries, die neue Referentin für Jugend und Ehrenamt im Kirchenkreis, offiziell in ihren Dienst eingeführt - hier mit Pfarrer Christoph Urban (Evangelische Kirchengemeinde Konz-Karthaus), Superintendent Dr. Jörg Weber sowie Pfarrer Guido Kohlenberg (Evangelische Kirchengemeinde Bitburg) (v.l.).

Die Kreissynode bei ihrer Herbsttagung im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Konz-Karthaus. Bilder: ekkt.de

Erst im vergangenen Jahr hatte die Kreissynode Finanzmittel für die pastorale und diakonische Arbeit mit Flüchtlingen für zwei Jahre bereitgestellt, diese Arbeit wird nun um ein weiteres Jahr bis 2017 fortgeführt. Superintendent Dr. Jörg Weber verwies in seinem Jahresbericht auf die Notwendigkeit dieser Arbeit: „Wir wissen inzwischen, dass diese Entscheidung wegweisend für die Arbeit in unserem Kirchenkreis war. Denn wir werden diese Stellen und die damit verbundene Arbeit auch weiter benötigen.“ Der leitende Theologe des Kirchenkreises würdigte in diesem Zusammenhang in seinem Bericht auch das enorm hohe, oftmals ehrenamtliche Engagement, mit dem die vielen Menschen in diesem Land willkommen geheißen würden und dankte auch den Kirchengemeinden für ihrem Einsatz. „Es macht mich froh und zuversichtlich, dass es diese Hilfe und dieses Selbstverständnis in diesem Land gibt, zu dem wir als Kirche maßgeblich beigetragen haben“, so Weber.

> Der Jahresbericht 2015 von Superintendent Dr. Jörger hier im Wortlaut

Eine klare Absage an jegliche Form von Gewalt

Allerdings gebe es auch die Wahrnehmung von Gewalt gegen Flüchtlinge, Gewalt in Aufnahmeeinrichtungen unter Flüchtlingen sowie eine gesellschaftspolitische Debatte darüber, wie damit umzugehen sei: „Es sei klar gesagt: Gewalt gegen Menschen, gegen Flüchtlinge, Gewalt untereinander oder Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele geht gar nicht!“, betonte der Superintendent. Angst sei kein guter Ratgeber, so Weber. Aber die in der Bevölkerung vorhandenen Ängste gelte es nicht zu vernachlässigen. „Es liegt an uns als Kirche, diese Ängste ernst zunehmen, einzuordnen und unsere Hoffnung aufzuzeigen.“ Es ginge um die entscheidende Frage, was aus „unserer offenen, demokratisch verorteten Gesellschaft“ werden würde, so Weber weiter. Konkret für die Arbeit vor Ort hieße das: „Als evangelische Kirche engagieren wir uns für ein menschenwürdiges Leben aller in unseren Städten und Gemeinden. Wir engagieren uns für die Aufnahme von Flüchtlingen und dafür, dass diejenigen, die das wollen, in unseren Gemeinden Anschluss finden.“ Gemeindliche Angebote wie Cafés, Anlaufstellen, Sprachkurse, Vermittlung von Wohnraum und vieles mehr seien ein wichtiger Beitrag zur Integration. Weber betonte in diesem Zusammenhang auch den Aspekt der Religionsfreiheit: „Wir sind als Christen tolerant gegenüber anderen Religionen. Religionsfreiheit ist ein Grundrecht, für das wir uns einsetzen.“ Die Synode diskutierte auch über die Frage, wie das Selbstverständnis der Evangelischen Kirche im Rheinland, missionarische Volkskirche zu sein, unter veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verstehen ist.
 
Ich bin von Gott gehalten – Reformationsfest 2017
In seinem Bericht ging Weber dann auch auf das bevorstehende Reformationsfest 2017 ein. Es sei noch unklar, was insbesondere aus der Frage nach der Flüchtlingsarbeit für das Reformationsfest 2017 folge, so Weber. Aber: „Wir begeben uns in diesen Prozess hinein als Christen, die wissen: Die Kirche muss sich immer reformieren.“ Die zentrale Botschaft der Reformation sei die Erfahrung, dass der Mensch vor Gott gerechtfertigt und durch Tod und Auferstehung Jesu Christi befreit sei, erläuterte der Theologe. Sei es für Martin Luther vor allem um Frage nach einem gnädigen Gott gegangen, stünde heute mehr der Mensch im Zentrum der Betrachtung. Die Frage nach der Leistung sei jedoch in der ökonomisch geprägten Gegenwart nach wie vor aktuell und so ginge es der Einschätzung Webers nach vor allem darum: „Wie bekomme ich einen gnädigen Menschen, der mit sich selbst, und mit dem, was er zu leisten im Stand ist, zufrieden ist?“ Weber lenkte den Blick aus dieser Frage heraus dann wieder auf die befreiende Botschaft von Gottes Handeln für den Menschen. Er betonte, als Mensch, dem der Glaube geschenkt sei, und der nichts selbst dazu tun müsse, einfach Mensch zu sein, sei man in der Tat befreit. In dieser Freiheit könne man als Christ in dieser Gesellschaft leben. Daran anknüpfend laute dann auch das Motto des Reformationsfestes 2017 im Evangelischen Kirchenkreis Trier „Ich bin von Gott gehalten“.

Zusätzliche gemeindepädagogische Ressourcen für Gemeinden
Verabschiedet wurde am Samstag in Konz auch die so genannte Rahmenkonzeption Pfarrdienst, welche die Verteilung der Pfarrstellen im Kirchenkreis und in den Gemeinden regelt. Diese sieht keine Kürzungen im Bereich der Pfarrstellen bis 2020 vor. „Die Rahmenkonzeption Pfarrdienst erlaubt es uns, unaufgeregt in die nächsten fünf Jahre zu gehen“, erläuterte Weber. Diese Zeit sei zu nutzen, um sich auf mehr Gemeindeglieder pro Pfarrstelle ab 2020 einzustellen. „Das wird nicht dramatisch sein, aber spürbar“, so Weber. Deshalb sei auch der Beschluss des Personalplanungskonzeptes ein „erster Weg, den Pfarrdienst zu entlasten und pfarramtliche Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen.“ Im Rahmen des Personalplanungskonzeptes stellt der Kirchenkreis den Gemeinden in den nächsten drei Jahren rund 450.000 Euro zur Verfügung für „zusätzliche gemeindepädagogische Ressourcen“, um die Pfarrerinnen und Pfarrer an dieser Stelle zu entlasten. Die Regionen des Kirchenkreises können dabei selbst entscheiden, wie und an welcher Stelle sie das Geld einsetzen.
 
Gemeinsames Schulreferat von Trier, An Nahe-Glan, Obere Nahe und Simmern-Trarbach

Darüber hinaus hat die Kreissynode für ein gemeinsames Schulreferat mit den Nachbarkirchenkreisen An Nahe und Glan, Obere Nahe und Simmern-Trarbach votiert. Die anderen beteiligten Kirchenkreise werden am kommenden Wochenende zur Konzeption eines gemeinsamen Schulreferats beraten. Die Kreissynodalen verabschiedeten abschließend den Haushalt für 2016 mit einem Volumen von rund 2 Millionen Euro für kreiskirchliche Aufgaben.
 
Neue Referentin für Jugend und Ehrenamt eingeführt
Im Rahmen des Kreissynodengottesdienstes wurde auch Katinka Fries, die neue Referentin für Jugend und Ehrenamt im Referat für Bildung, Kommunikation und Medien des Evangelischen Kirchenkreises Trier durch Superintendent Dr. Jörg Weber eingeführt. Seit dem 1. September 2015 ist Fries für den Fachbereich zuständig. Schulungen, Seminare, kirchenkreisweiten Projekte sowie der Aufbau einer vernetzten Struktur für den gesamten Kirchenkreis sowohl im Bereich Jugend, als auch im Bereich Ehrenamt gehören zu ihren Aufgaben. Zuletzt war Fries, die einen Master of Arts in Sozialer Arbeit sowie langjährige ehrenamtliche Erfahrungen in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit mitbringt, in der Behindertenhilfe der kreuznacher diakonie tätig.
 
Weitere Informationen: Der Evangelische Kirchenkreis Trier ist die Gemeinschaft der protestantischen Kirchengemeinden in den Regionen Mosel/Saar, Eifel und Hunsrück. Er gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Die Kreissynode, das Parlament des Kirchenkreises, setzt sich insgesamt aus rund 80 Abgeordneten der 20 Gemeinden sowie Vertretern der Arbeitsbereiche und Einrichtungen zusammen. Der rund 5.000 Quadratkilometer große Kirchenkreis ist der flächengrößte in der Rheinischen Landeskirche. Derzeit leben rund 56.500 evangelische Christen in dem Gebiet. Die Kreissynode tagt zweimal im Jahr. Sie entscheidet über die inhaltliche und finanzielle Arbeit des Kirchenkreises.
 
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