Glaube befähigt, neue Wege zu suchen – Kreissynode des Kirchenkreises Trier tagte in Mülheim an der Mosel

Mülheim an der MoselDie Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier (EKKT) ist am Samstag, 7. Oktober 2023, zu ihrer Herbsttagung zusammengekommen – die rund 80 Kreissynodalen und Abgeordneten der Kirchengemeinden tagten in Mülheim an der Mosel. Die Evangelische Kirchengemeinde Mülheim hatte die Kreissynode des EKKT nach Mülheim eingeladen, Anlass dafür waren die in diesem Jahr mit verschiedenen Festveranstaltungen gefeierten 500 Jahre Reformationsbeginn in Pfalz-Veldenz-Zweibrücken.

Im Mittelpunkt der Beratungen stand unter anderem der Jahresbericht des Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Trier, Dr. Jörg Weber. Weber warf angesichts des Mitgliederrückgangs darin einen Blick auf die gegenwärtige Situation wie auch auf die Zukunft der Kirche. Ihm gehe es um die Frage nach der Haltung, um „unsere eigenen spirituellen Ressourcen, unsere Fähigkeit, darüber nachzudenken, was wir für die Zukunft in unseren Gemeinden und Einrichtungen wollen. Um was geht es uns wirklich?“ Es komme auf das Suchen und Anlegen neuer Wege an. Dabei könne auch die Erinnerung an die Reformation hilfreich sein. So sei es der Reformation darum gegangen, Jesus Christus in den Mittelpunkt kirchlichen Handelns zu stellen und „sein heilsames und für uns existentiell notwendiges Handeln wieder so zur Sprache zu bringen, dass die Menschen es für sich als relevant erachten konnten“.

Es brauche aber noch mehr und andere Lösungen als die bisherigen. „Also machen wir uns auf zu neuen Ufern. Was wir kennen, bleibt die Basis für das, was wir wollen. Wir bleiben Kirche. Unser Glaube ist das, was uns befähigt, zu suchen“, so der Superintendent. Und wo immer sich christlicher Glaube im Alltag äußere, in Diakonie, in der Bildung, zum Beispiel im Religionsunterricht, beim Nachdenken über Gott und die Welt und die Fragen um das, worum es jenseits von Arbeit und ökonomischen Werten im Leben noch so gehe, da könne der Glaube die Menschen stärken und tragen, „wenn ich die Endlichkeit des Lebens erfahren muss“. Wo dies geschehe, da sei der Glaube an Gott so etwas wie eine Unterbrechung, „die wir alle als Menschen brauchen, und die denen, für die wir als Kirche arbeiten eben auch gut tun soll.“ „Wenn wir als Gesellschaft und Einzelne den Blick für diese Funktion von Religion und Glaube verlieren, dann fehlt uns etwas Entscheidendes“, so Weber.

Wahlen
Auf der Tagesordnung der Kreissynode standen zudem Wahlen – einstimmig gewählt zur Synodalältesten der Region Hunsrück für den Kreissynodalvorstand (KSV) wurde Marianne Schuster, Presbyterin und Prädikantin in der Evangelischen Kirchengemeinde Hottenbach-Stipshausen und bereits seit 2020 stellvertretende Synodalälteste im KSV. „Kirche muss im Dorf bleiben – und wir müssen unseren Glauben weitertragen und Kirche ein Gesicht geben“, fasste Schuster ihre Motivation für das Engagement im KSV zusammen. Pfarrerin Ilona Fritz von der Evangelischen Kirchengemeinde Prüm wurde zur 1. stellvertretenden theologischen Abgeordneten zur Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland gewählt.

Gottesdienst
Eröffnet wurde die Synode mit einem feierlichen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Mülheim – Pfarrer Thomas Berke von der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim sowie Pfarrerin Katharina Dolinger, Seelsorgerin in der JVA Wittlich, nahmen die Synodalen mit zu den Anfängen des Reformationsbeginns in Pfalz-Veldenz-Zweibrücken. Vor 500 Jahren im April 1523 gab Herzog Ludwig II. von Pfalz-Veldenz-Zweibrücken den Startschuss für die Reformation in seinem wittelsbacher-veldenzischen Herzogtum, und zwar mit der Berufung des Melanchthon-Schülers Johann Schwebel zum Hofprediger in Zweibrücken und des Johanniters und Luther-Schülers Nikolaus Faber zum ersten evangelischen Pfarrer in Meisenheim. Auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland gehören Meisenheim, Veldenz und Mülheim an der Mosel damit zu den ältesten evangelischen Gemeinden. Die Predigt hielt Pfarrerin Katharina Dolinger, an der historischen Stumm-Orgel war Kirchenmusikdirektor Martin Bambauer aus Trier zu hören.

Gäste
Als Gäste begrüßte Weber Landekirchenrätin Antje Hieronimus von der Evangelischen Kirche im Rheinland, den Ortsbürgermeister von Mülheim, Dr. Friedhelm Leimbrock, den 1. Kreisbeigeordneten Alexander Licht, in Vertretung für Landrat Gregor Eibes, sowie Dekan Peter Klauer und Pastoralreferent Roland Hinzmann vom Pastoralen Raum Bernkastel-Kues.

Weitere Informationen: Der Evangelische Kirchenkreis Trier (EKKT) ist die Gemeinschaft der protestantischen Kirchengemeinden in den Regionen Mosel/Saar, Eifel und Hunsrück. Er gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Kreissynode, das Parlament des Kirchenkreises, setzt sich aus rund 80 Abgeordneten der 19 Gemeinden sowie Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitsbereiche und Einrichtungen zusammen. Der rund 5.000 Quadratkilometer große Kirchenkreis ist der flächengrößte in der Rheinischen Landeskirche. Derzeit leben rund 51.000 evangelische Christinnen und Christen in dem Gebiet. Die Kreissynode tagt in der Regel zweimal im Jahr. Sie entscheidet über die inhaltliche und finanzielle Arbeit des Kirchenkreises.

  • 9.10.2023
  • Öffentlichkeitsreferat des Evangelischen Kirchenkreises Trier
  • Red