Entscheidend ist die Begegnung vor Ort – Kreissynode des Kirchenkreises Trier berät über die Zukunft der Kirche

Schweich – „Die Zukunft unserer Kirche hängt nicht von Trends ab, sondern von uns“, so brachte es Professor Dr. Gerhard Wegner, Direktor des sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), auf den Punkt. Anlässlich der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier am Samstag, 4. Juni 2016, in Schweich, führte Wegner in die Ergebnisse der V. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD ein – unter dem Titel „Wie wird christlicher Glaube weitergegeben?“ berieten die rund 90 Synodalen über die Zukunft ihrer Kirche.

Im Gespräch über die Zukunft von Kirche und Kirchenkreis: Prof. Dr. Gerhard Wegner und Dr. Jörg Weber bei der Kreissynode in Schweich

Die Kreissynode verabschiedete Jutta Ihlenfeldt nach 33 Jahren Suptur und mindestens 67 Kreissynoden mit Standing Ovations in den Ruhestand - Superintendent Weber dankte der "Grand Dame der Superintendentur"!

Laut Wegner ist dabei insbesondere die "Begegnung vor Ort entscheidend", sowohl mit Pfarrerinnen und Pfarrern als auch mit den Ehrenamtlichen der Gemeinden. "Wir sind über die lokale Ebene identifizierbar", so Wegner. Das mache das evangelische Spezifikum aus. Dabei seien insbesondere jene Kirchengemeinden erfolgreich, "die ihrer eigenen Kraft vertrauen. Nicht die, die den Trends folgen, sondern die, die schauen, was bei ihnen vor Ort möglich und machbar ist". Die persönliche Begegnung mit Pfarrerinnen und Pfarrern sowie anderen Mitarbeitenden sei dabei entscheidend für die Weitergabe des Glaubens, betonte Wegner.

Volkskirche funktioniere nach wie vor, allerdings werde die "Volkskirche kleiner, weil das Interesse an der Weitergabe des Glaubens weniger wird", so Wegner. Die religiöse Sozialisation werde weniger und darüber gelte es, sich Gedanken zu machen. So genannte "Brücken in die Gesellschaft", die für ein entsprechendes Bindungsverhalten an Kirche und Kirchengemeinde sorgen können, seien unter anderem kirchliche Amtshandlungen wie beispielsweise Taufe und Beerdigung, Angebote für Familien, die Arbeit der Diakonie, evangelische Kitas und Schulen, aber auch musikalische Angebote und Gruppen, führte Wegner aus. Diese Angebote und Arbeitsfelder gelte es zu stärken. Die Verantwortung dafür liege, so Wegner, nicht bei "der Kirche" an sich: "Die Verantwortung liegt bei den Kirchenmitgliedern. Unsere Kirche ist Beziehungsgeschehen. Das ist eine schöne Verantwortung, die wir mit Lust tragen sollten", so Wegner abschließend.

Hohe Bedeutung der Kirchlichen Arbeit für die Gesellschaft
Der Superintendent des Kirchenkreises Trier, Dr. Jörg Weber, nahm die Impulse als Stärkung für die Arbeit im Kirchenkreis auf: "Bildung und Diakonie sind unsere Schwerpunkte. Und es stärkt unsere Arbeit, wenn wir hören, dass es in unserer Kirche gerade das Engagement unserer Synodalen braucht, also unserer Ehrenamtlichen sowie unserer Pfarrerinnen und Pfarrer." Die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung habe zudem ergeben: Je stärker die Menschen mit der Kirche verbunden seien, desto größer sei ihr gesellschaftliches Engagement. "Die evangelische Kirche hat also eine hohe Bedeutung für unsere Gesellschaft", folgerte der Superintendent.

Finanzierung des Verwaltungsamtes und Wahl der Abgeordneten zur Landessynode
Des Weiteren beschäftigte sich die Kreissynode mit der Finanzierung des Verwaltungsamtes ab 2017. Bereits vor zwei Jahren hatte die Kreissynode ein gemeinsames Verwaltungsamt für die Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises beschlossen, dessen Umsetzung bis 2017 erfolgt sein soll. Die Finanzierung der für die Verwaltung der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises erforderlichen 1,15 Mill Euro erfolgt aus Mitteln des innerkirchlichen Finanzausgleichs.

Die Kreissynode wählte außerdem die Abgeordneten des Evangelischen Kirchenkreises Trier für die Landessynode, das einmal im Jahr tagende Parlament der rheinischen Landeskirche. Zum theologischen Abgeordneten wurden Pfarrer Christoph Urban aus Konz, als nicht-theologische Abgeordnete Dr. Dorothea Witter-Rieder aus Konz sowie Georg-Friedrich Lütticken aus Trier gewählt.

Im Rahmen der Kreissynode wurde auch - unter Standing Ovations - Jutta Ihlenfeldt nach 33 Jahren Suptur verabschiedet.

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